Bevor du liest
Dieser Leitfaden beantwortet häufige Fragen in einfacher Sprache, damit du dich informierter fühlst. Er dient ausschließlich der Information – er ist keine medizinische Beratung und kann dir nicht sagen, ob Medikamente für dich das Richtige sind. Entscheidungen über den Beginn, die Änderung oder das Absetzen eines Medikaments gehören in die Hände einer qualifizierten verordnenden Fachkraft, die deine Vorgeschichte kennt. Einen Überblick über das Feld findest du auf unserer Medikamentenseite.
Sind Medikamente die einzige Behandlung für ADHS?
Nein. ADHS wird in der Regel mit einer Kombination von Ansätzen behandelt: Verhaltensstrategien, Coaching der Exekutivfunktionen, Therapie, Veränderungen im Umfeld und – für viele Menschen – Medikamente. Manche Erwachsene kommen gut ohne Medikamente zurecht; andere empfinden sie als hilfreichen Teil eines umfassenderen Plans. Es gibt keine einzige richtige Antwort.
Was sind die wichtigsten Kategorien von ADHS-Medikamenten?
Grob beschreiben verordnende Fachkräfte zwei Kategorien:
- Stimulanzien – die am besten untersuchte und am häufigsten verschriebene Wirkstoffklasse bei ADHS. Sie gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen und Wirkdauern.
- Nicht-Stimulanzien – eine Alternative oder Ergänzung, die manchmal aufgrund individueller Gesundheitsfaktoren oder des Ansprechens gewählt wird.
Die Unterschiede zwischen und innerhalb dieser Kategorien sind erheblich, und ein Medikament auf eine Person abzustimmen ist ein klinischer Prozess. Das ist ein Gespräch für deine verordnende Fachkraft und nichts, das sich anhand eines Artikels klären lässt.
Woran erkenne ich, ob es wirkt?
Verordnende Fachkräfte achten in der Regel darauf, ob sich Zielsymptome bessern – Fokus, Durchhaltevermögen, Unruhe – neben der Alltagsfunktion, und wägen das gegen dein allgemeines Befinden ab. Die richtige Einstellung zu finden erfordert oft eine gewisse Anpassung über die Zeit, mit regelmäßigen Kontrollterminen. Konkrete Beispiele aus deinem Alltag festzuhalten hilft bei diesen Gesprächen.
Sind ADHS-Medikamente sicher?
Wie alle Medikamente haben sie Vorteile und mögliche Nebenwirkungen, und die Eignung hängt von deinem individuellen Gesundheitsbild ab. Genau deshalb werden sie von einer Fachkraft verschrieben und überwacht. Eine verordnende Fachkraft prüft deine Krankengeschichte, bespricht Abwägungen und begleitet den Verlauf. Beginne oder beende niemals ein Medikament auf Grundlage dessen, was bei jemand anderem gewirkt hat.
Brauche ich zuerst eine Diagnose?
Ja. Medikamente folgen auf eine Untersuchung und Diagnose durch eine qualifizierte Fachkraft. Eine Selbsteinschätzung kann ADHS nicht diagnostizieren oder zu einem Rezept führen – aber sie kann dir helfen zu entscheiden, ob du eine Untersuchung suchen möchtest, und dir Konkretes an die Hand geben, worüber du sprechen kannst.
Fragen, die sich lohnen, deiner Fachkraft zu stellen
- Welche Ziele streben wir mit der Behandlung an?
- Welche Abwägungen haben die Optionen, die du für mich in Betracht ziehen würdest?
- Wie und wann prüfen wir, ob es wirkt?
- Worauf sollte ich achten, und wie erreiche ich dich bei Bedenken?
- Welche nicht-medikamentösen Unterstützungen empfiehlst du begleitend?
Was du als Nächstes tun kannst
Wenn du dich fragst, ob ADHS Teil deines Bildes ist, beginne damit, die Selbsteinschätzung zu machen und konkrete Beispiele dafür zu notieren, wie Symptome deinen Alltag beeinflussen. Lies dann wie du mit deinem Arzt über ADHS sprichst und wie du dich auf eine ADHS-Untersuchung vorbereitest. Behandlungsentscheidungen, einschließlich Medikamenten, werden mit einer qualifizierten Fachkraft getroffen – dieser Leitfaden ist nur ein Ausgangspunkt für dieses Gespräch.
Quellen
- American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (5th ed.).
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE). (2018, updated 2019). Attention deficit hyperactivity disorder: diagnosis and management (NG87).