Wann eine Untersuchung sinnvoll ist
Wenn ADHS-ähnliche Muster seit Monaten oder Jahren bestehen und Arbeit, Beziehungen oder deinen Alltag beeinträchtigen, kann eine professionelle Untersuchung helfen. Screening-Tools sind ein Ausgangspunkt, aber eine Fachkraft kann Vorgeschichte, Beeinträchtigung und alternative Erklärungen beurteilen. Um zu verstehen, was ein Screening dir sagen kann und was nicht, siehe ADHS-Screening vs. Diagnose.
Was du zu deinem Termin mitbringen solltest
Je konkreter deine Beispiele sind, desto leichter kann eine Fachkraft deine Erfahrung nachvollziehen. Erwäge, Folgendes vorzubereiten:
- Eine kurze Liste deiner am höchsten bewerteten Bereiche aus einem Screening-Tool
- Reale Beispiele, die zeigen, wie Symptome deinen Alltag beeinflussen
- Notizen dazu, wie lange diese Muster schon bestehen
- Familiäre Vorgeschichte von ADHS, Angst, Depression oder Lernbesonderheiten
- Aktuelle Medikamente oder Diagnosen, die relevant sein könnten
Halte Muster ein bis zwei Wochen lang fest
Führe ein einfaches Protokoll über Situationen, die Schwierigkeiten auslösen. Beispiele:
- Verpasste Fristen oder Aufgaben, die viel länger dauerten als erwartet
- Emotionale Überforderung, Reizbarkeit oder Rückzug
- Häufige Unterbrechungen, impulsive Entscheidungen oder Unruhe
- Zeitblindheit oder chronische Verspätung
Kurze, konkrete Beispiele sind hilfreicher als allgemeine Gefühle.
Was eine typische Untersuchung umfasst
Auch wenn der genaue Ablauf je nach Fachkraft variiert, umfasst eine ADHS-Untersuchung bei Erwachsenen häufig:
- Ein klinisches Gespräch über die Vorgeschichte in Kindheit und Erwachsenenalter
- Standardisierte Beurteilungsskalen oder Fragebögen
- Ein Screening auf komorbide Zustände wie Angst oder Depression
- Ein Gespräch darüber, wie Symptome die Alltagsfunktion beeinflussen
Manche Fachkräfte fragen möglicherweise nach Schulzeugnissen oder Informationen von Familienmitgliedern, aber das ist nicht immer erforderlich.
Fragen, die du deiner Fachkraft stellen kannst
Vorbereitete Fragen können Stress verringern und dir helfen, für dich selbst einzutreten:
- Welche Kriterien verwendest du, um ADHS bei Erwachsenen zu diagnostizieren?
- Wie schließt du Angst, Depression oder Schlafprobleme aus?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wenn ADHS bestätigt wird?
- Welche Unterstützungsangebote empfiehlst du?
Nach dem Termin
Wenn du eine Diagnose erhältst, bitte um einen klaren Plan, der Behandlungsmöglichkeiten, Bewältigungsstrategien und Folgeschritte abdeckt. Wenn du keine Diagnose erhältst, dir aber weiterhin Sorgen machst, ist es berechtigt, eine Zweitmeinung einzuholen. Mehr zu den nächsten Schritten nach einem Screening findest du unter Was du nach einem ADHS-Screening tun kannst.
Quellen
- American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (5th ed.).
- Kessler RC, Adler L, Ames M, et al. (2005). The World Health Organization Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS). Psychological Medicine, 35(2), 245-256.