Es anzusprechen kann sich einschüchternd anfühlen – das ist normal
ADHS bei einem Arzt anzusprechen erfordert Mut. Viele Erwachsene sorgen sich, nicht ernst genommen zu werden, als jemand gesehen zu werden, der „nur Medikamente sucht”, oder im entscheidenden Moment zu erstarren und zu vergessen, was sie sagen wollten. Diese Ängste sind verbreitet und verständlich. Ein wenig Vorbereitung macht das Gespräch deutlich leichter – und du hast jedes Recht zu fragen. Dieser Leitfaden dient der Information und ist keine Diagnose.
Vor dem Termin
Ein paar Schritte im Vorfeld bewirken viel:
- Mach eine Selbsteinschätzung. Schließe die Selbsteinschätzung ab und notiere deine höchsten Bereiche, damit du einen konkreten Ausgangspunkt hast.
- Sammle reale Beispiele. Konkrete Geschichten kommen besser an als allgemeine Gefühle – „Ich habe diesen Monat trotz Erinnerungen drei Fristen verpasst” sagt mehr als „Ich bin unorganisiert”.
- Halte fest, wie lange es schon so ist. ADHS ist lebenslang, daher stärken Beispiele aus der Kindheit oder Jugend das Bild.
- Liste die Auswirkungen auf. Schreibe auf, wie Symptome Arbeit, Beziehungen und Alltag beeinflussen.
- Bereite deine Fragen vor, damit du sie nicht im Moment abrufen musst.
Unsere ausführliche Checkliste, wie du dich auf eine ADHS-Untersuchung vorbereitest, behandelt das im Detail, und die Seite zum Arztbesuch bietet weitere Hilfestellung.
Wie du das Gespräch eröffnest
Du brauchst kein perfektes Skript. Ein einfacher, direkter Einstieg funktioniert:
„Ich habe, solange ich mich erinnern kann, mit Fokus, Organisation und Durchhaltevermögen zu kämpfen, und es beeinträchtigt meinen Alltag. Ich habe ein ADHS-Screening gemacht, und mein Ergebnis legte nahe, dem nachzugehen. Ich würde gern darüber sprechen, ob eine Untersuchung sinnvoll ist.”
Konkret und ruhig zu sein signalisiert, dass du ernsthaft darüber nachgedacht hast.
Was du mitbringen solltest
- Deine Screening-Ergebnisse und die am höchsten bewerteten Bereiche
- Eine kurze schriftliche Liste konkreter Beispiele
- Notizen zur familiären Vorgeschichte von ADHS, Angst oder Depression
- Eine Liste aktueller Medikamente und etwaiger Diagnosen
- Deine Fragen
Fragen, die du stellen kannst
- Rechtfertigen meine Symptome eine vollständige ADHS-Untersuchung?
- Kannst du mich untersuchen, oder sollte ich eine Spezialistin aufsuchen?
- Wie schließt du Angst, Depression oder Schlafprobleme aus?
- Was sind die nächsten Schritte, wenn das nach ADHS aussieht?
Wenn du dich nicht gehört fühlst
Nicht jedes erste Gespräch verläuft gut. Wenn deine Anliegen ohne eine faire Prüfung abgetan werden, ist es berechtigt, um eine Überweisung zu bitten oder eine Zweitmeinung einzuholen. Beharrlichkeit bedeutet nicht, schwierig zu sein – es bedeutet, für deine Gesundheit einzutreten. Schriftliche Beispiele mitzubringen macht es schwerer, echte Schwierigkeiten beiseitezuwischen.
Was du als Nächstes tun kannst
Beginne damit, die Selbsteinschätzung zu machen und konkrete Beispiele zu notieren. Sieh dir wie du dich auf eine ADHS-Untersuchung vorbereitest für eine vollständige Checkliste an, und wenn du unsicher bist, ob das, was du erlebst, ADHS ist, können dir unsere Leitfäden zu ADHS vs. Angst und ADHS vs. Depression helfen, das Gespräch einzuordnen. Ein Screening ist ein Ausgangspunkt; nur eine Fachkraft kann diagnostizieren.
Quellen
- American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (5th ed.).
- Kessler RC, Adler L, Ames M, et al. (2005). The World Health Organization Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS). Psychological Medicine, 35(2), 245-256.