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ADHS-Leitfaden
Screening

ADHS-Screening vs. Diagnose: Was eine Selbsteinschätzung leisten kann und was nicht

Erfahre, wie ADHS-Screening-Tools funktionieren, was deine Ergebnisse bedeuten und warum eine Selbsteinschätzung ein erster Schritt und keine Diagnose ist.

Veröffentlicht

15.01.2025

Aktualisiert

15.01.2025

Lesezeit

6 Min. Lesezeit

Warum es Screening-Tools gibt

Screening-Fragebögen sollen Menschen helfen, Muster zu erkennen, die leicht zu übersehen oder mit der Zeit als normal abzutun sind. Sie sind keine medizinischen Diagnosen. Stattdessen bieten sie eine strukturierte Möglichkeit, über häufige ADHS-Merkmale wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Unruhe, emotionale Regulation und Zeitwahrnehmung nachzudenken.

Wenn du dich fragst „Habe ich ADHS?”, kann ein Screening-Tool ein sanfter erster Schritt sein. Es kann dir helfen, deine Beobachtungen zu ordnen, herauszufinden, welche Bereiche am herausforderndsten sind, und zu entscheiden, ob du eine professionelle Untersuchung suchen möchtest. Du kannst hier einen kostenlosen ADHS-Selbsttest machen.

Was ein Screening kann und was nicht

Ein Screening kann:

  • Muster hervorheben, die mit ADHS-Merkmalen übereinstimmen.
  • Zeigen, welche Kategorien für dich am bedeutsamsten sind.
  • Dir Worte geben, um deine Erfahrung einer Fachkraft zu beschreiben.

Ein Screening kann nicht:

  • ADHS bestätigen oder ausschließen.
  • Ein klinisches Gespräch und die Vorgeschichte ersetzen.
  • Jeden Faktor berücksichtigen, der Aufmerksamkeit, Energie oder Stimmung beeinflussen könnte.

ADHS kann sich bei verschiedenen Menschen, Altersstufen und in verschiedenen Kontexten unterschiedlich zeigen. Eine qualifizierte medizinische Fachkraft berücksichtigt die vollständige Vorgeschichte, den Entwicklungsverlauf und die Alltagsfunktion, bevor sie eine Diagnose stellt.

Wie die Open-ADHD-Einschätzung aufgebaut ist

Open ADHD orientiert sich an der Forschung zum ADHS-Screening bei Erwachsenen und stützt sich auf die DSM-5-Kriterien und die Selbstbeurteilungsskala für ADHS bei Erwachsenen der WHO (ASRS v1.1). Die Fragen sind in fünf Kategorien gegliedert, um die Bandbreite der ADHS-Erfahrungen bei Erwachsenen abzubilden:

  • Aufmerksamkeit
  • Unruhe
  • Impulsivität
  • Emotionen
  • Zeitwahrnehmung

Diese Struktur hilft dir, nicht nur einen Gesamtwert zu sehen, sondern auch, welche Bereiche für deinen Alltag am relevantesten sein könnten.

Was du mit deinen Ergebnissen tun kannst

Nutze deine Ergebnisse als Gesprächsanstoß. Wenn deine Ergebnisse auf eine moderate oder höhere Indikation hindeuten, erwäge:

  • Eine Kopie zu speichern, die du mit einer Fachkraft teilen kannst.
  • Reale Beispiele aufzuschreiben, die zu deinen höchsten Kategorien passen.
  • Dich über seriöse ADHS-Ressourcen und Selbsthilfenetzwerke zu informieren.

Wenn deine Ergebnisse niedrig sind, du aber trotzdem das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, vertraue deinem Instinkt. Screening-Tools sind hilfreich, aber deine gelebte Erfahrung zählt.

Einen praktischen Leitfaden dazu, was du zu einer Fachkraft mitbringen solltest, findest du unter Wie du dich auf eine ADHS-Untersuchung vorbereitest. Wenn du unsicher bist, ob deine Erfahrung auf ADHS oder Angst hindeutet, lies ADHS vs. Angst: Wo sich die Symptome überschneiden und unterscheiden.

Wann du professionelle Hilfe suchen solltest

Wenn ADHS-ähnliche Merkmale deine Arbeit, Beziehungen oder deinen Alltag beständig beeinträchtigen, lohnt sich ein Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft. Viele Erwachsene bleiben jahrelang undiagnostiziert, weil sie ihre Symptome kompensieren oder maskieren. Eine klinische Untersuchung kann dir helfen zu verstehen, was vor sich geht, und Unterstützungsmöglichkeiten zu erkunden. Unser Leitfaden zur Vorbereitung auf den Arztbesuch kann dir helfen, dich auf das Gespräch bereit zu fühlen.

Quellen

  • American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (5th ed.).
  • Kessler RC, Adler L, Ames M, et al. (2005). The World Health Organization Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS). Psychological Medicine, 35(2), 245-256.

Das ist keine Diagnose

Dieser Leitfaden dient ausschließlich der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Wenn du dir Sorgen machst, dass du ADHS haben könntest, wende dich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachkraft.

Bereit, deine Merkmale zu erkunden?

Die Open-ADHD-Einschätzung dauert etwa fünf Minuten und liefert eine klare Aufschlüsselung nach fünf Dimensionen: Aufmerksamkeit, Unruhe, Impulsivität, Emotionen und Zeitwahrnehmung.

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